Holzfasern

Holzfasern

Gärtnern ohne Torf: Mit Holzfaserstoffen

Der Einsatz heimischer Holzrohstoffe zur Produktion von gärtnerischen Kultursubstraten hilft, den Torfabbau zu begrenzen. So können endliche Ressourcen geschont und klimaschädliche Treibhausgase aus dem Torfabbau und deren Nutzung gemindert werden (Klimaschutz durch Holz).

Als Alternative zu Torf werden Holzfaserstoffe aus unbehandelten Sägeresthölzern wie zum Beispiel Hackschnitzeln, Schäl- oder Frässpänen hergestellt. Verwendet werden vor allem Nadelhölzer wie Fichten, Kiefern und Douglasien. Aber auch an der Verwendung von Laubhölzern für Anzuchtsubstrate wird geforscht. 

Die Verwendung von Holzfaserstoffen hat im Vergleich zum Torf einige Vorteile: 

  • Holzfaserstoffe besitzen ein vergleichbar hohes Porenvolumen wie Torf. 
  • Sie haben eine deutlich höhere Luftkapazität als Torf, was zu einer Auflockerung des Substrats führt, dessen Wasserdurchlässigkeit fördert und dadurch ein gutes Wurzelwachstum ermöglicht. 
  • Sie haben ein geringes Gewicht und einen niedrigen Gehalt an verfügbaren Nährstoffen und weiteren löslichen Salzen, was die Holzfaserstoffe zu einem idealen Mischungspartner für nährstoffreiche und schwere Stoffe wie Kompost macht.
  • Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Holzfasern stehen ganzjährig als Substratersatzstoff zur Verfügung. 
  • Außerdem sind Holzfaserstoffe frei von Pathogenen und Unkrautsamen, stammen aus regional verfügbaren Rohstoffen und sind für den ökologischen Anbau geeignet.

Ein Nachteil ist die leichte Zersetzbarkeit von Holzfasern, die während der Kultur zu Stickstoffmangel und einer Volumenverminderung führen kann. Außerdem könnte es in Verbindung mit der geringen Pufferkapazität zu einem verstärkten pH-Wertanstieg kommen. 

Hinweise zur gärtnerischen Nutzung von Holzfasern 

Bis zu einem Anteil von 20 Volumenprozent von Holzfaserstoffen als Ausgangsstoff in Kultur- und Hobbyerden sind keine speziellen Maßnahmen bei der Anwendung nötig.

Ist der Volumenanteil von Holzfaserstoffen größer als 20 Prozent, sollte

  • der Nährstoffgehalt im Kultursubstrat häufiger als gewöhnlich geprüft werden. Gegebenenfalls sind zusätzliche Stickstoffgaben erforderlich (vorzugsweise mit ammoniumbetonten Düngemitteln),
  • relativ fest getopft werden, um eine Sackung in Grenzen zu halten,
  • weiches Gießwasser verwendet und häufiger mit kleinen Wassergaben bewässert werden.

Nähere Informationen finden Sie auch im Themenweb torfersatz.fnr.de

Quelle: Text überwiegend basierend auf: Dr. Susanne Amberger-Ochsenbauer und Prof. Dr. Elke Meinken, Kultursubstrate im Gartenbau, Bundesinformationszentrum Landwirtschaft 2022

Flyer "Torffrei gärtnern ist Klimaschutz"

Foto: Dario Ronge /FNR

Gärtnern ohne Torf ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz! In diesem Flyer geben wir Ihnen Tipps zum torffreien Gärtnern sowie weitere Informationen zur Aktionswoche "Torffrei gärtnern!"

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Videos zum Gärtnern ohne Torf

Gärtnern ohne Torf - Link zum Video