Nützliche Praxistipps

Torffrei gärtnern ist Klimaschutz!

Beim Kauf auf Kennzeichnung achten

Torffreie Erden bereichern inzwischen die Sortimente der meisten Gartenfach- und Baumärkte sowie Gärtnereien. Das Angebot verschiedener Hersteller reicht von Universalerden bis hin zu Substraten für Spezialanwendungen für die Anzucht von Kräutern, Gemüse, Blumen oder Hecken- und Strauchpflanzen. Achten Sie beim Kauf von torffreien Substraten auf die genaue Kennzeichnung: Nur Produkte, die mit dem Aufdruck „torffrei“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind, werden ihrem Namen auch gerecht. Ist die Kennzeichnung nicht eindeutig, hilft ein Blick auf die Inhaltsstoffe. In den torffreien Erden kommen anstelle des Torfes alternative Rohstoffe wie Holzfasern, Grüngutkompost oder Kokosprodukte zum Einsatz.

Regionale Kreisläufe unterstützen

Alternativ lohnt sich auch der Besuch einer regionalen Kompostierungsanlage für Grünabfälle, die gütegesicherten Kompost günstig und in größeren Mengen anbietet. Grüngutkompost ist zwar mikrobiell aktiver als Torf und weist übers Jahr keine konstanten Qualitäten auf, ist aber eine gute Alternative für den Einsatz im Hobbygarten. Er weist eine hohe Nährstoffkonzentration und ein gutes Wasserhaltevermögen auf. Aufgrund möglicher Unterschiede in Qualität und Struktur sowie des hohen pH-Werts eignet sich Grüngutkompost am besten als nährstoffreiches Additiv mit einem Anteil von bis zu 25 % in anderen torffreien Mischungen.

Eigeninitiative gefragt!

Greifen Sie auch auf den hauseigenen Kompost zurück – das schont zusätzlich Ressourcen und schützt das Klima. Kompost eignet sich zudem hervorragend zum Mulchen und als Bodenverbesserer. Allerdings kann unverrottetes Material das Pflanzenwachstum schädigen, hier ist der richtige Umgang gefragt. Ein geeigneter Gartenkompost braucht mindestens 12 Monate, bis er vollständig zersetzt ist. Vor der Verwendung sollten Sie die Komposterde zudem sieben, um ungewünschtes und grobes Material zu entfernen. Aber Vorsicht! Aufgrund des höheren pH-Werts und Salzgehaltes eignet sich Kompost nicht für alle Pflanzen. Insbesondere für Pflanzen, die saure, kalkarme oder mineralische Substrate bevorzugen (z.B. Rhododendron, Lavendel, Erdbeeren), setzen Sie besser torffreie Spezialerden ein.

Ausrüstung für das Gärtnern im heimischen Garten

Richtig Düngen und Gießen

Grundsätzlich ist nicht jede torffreie Erde gleich – der Nährstoffgehalt, die Stabilität und die Fähigkeit, Wasser zu speichern, sind abhängig von der Substratzusammensetzung. So speichern Rinden- und Grüngutkompost Wasser wesentlich besser als bspw. Reisspelzen oder Holzfasern. Die meisten torffreien Substrate weisen im Vergleich zu Torf aber generell ein wesentlich geringeres Wasserrückhaltevermögen auf. Sie neigen daher eher zum Austrocknen und bedürfen einer regelmäßigeren Kontrolle. Im Vergleich zu torfhaltigen Produkten wird etwa 10 % mehr Wasser beansprucht. Um die optimale Erdfeuchte einzustellen, ist die Verwendung eines Wasserspeichergefäßes empfehlenswert – so kann sich die Pflanze nach Bedarf selbst bedienen. Neben häufigerem Gießen erfordern torffreie Erden eine regelmäßigere und konstantere Düngung, da das Haltevermögen von Torfersatzstoffen im Vergleich zu Torf für Nährstoffe etwas geringer ist. In torffreier Erde kultivierte Pflanzen benötigen daher häufiger und in kleineren Mengen Dünger. Durch die Beimischung von Tongranulat können Sie der Erde bei Bedarf zudem eine stabilere Struktur und eine bessere Speicherfähigkeit verleihen. Weil torffreie Erden aufgrund ihrer Zusammensetzung eine höhere Aktivität an Mikroorganismen aufweisen, sollte ein geöffneter Sack nicht zu lange gelagert werden.

Weitere Informationen

 

Weitere Tipps zum torffreien Gärtnern finden Sie in unserem Flyer:

Schulwettbewerb "Weniger Torf, Moor Schutz!"

Das BMEL lobt erstmals einen bundesweiten Schulwettbewerb aus, wobei Kindern und Jugendlichen die Bedeutung des torffreien Gärtnerns für den Klimaschutz vermittelt wird.

Zum Wettbewerb

Produkt-Datenbank torffreie Substrate

In unserer Produkt-Datenbank finden Sie Hersteller und Händler toffreier Produkte.

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Flyer "Weniger Torf, Moor Schutz! - Tipps zum torffreien Gärtnern"

Gärtnern ohne Torf ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz! In diesem Flyer geben wir Ihnen Tipps zum torffreien Gärtnern, auf welche Kennzeichnungen Sie beim Kauf achten müssen, wie Sie regionale Kreisläufe unterstützen können und was beim Düngen und Gießen zu beachten ist.

Flyer herunterladen

"Klimawirkung von Moorböden"

Das Video zur Grafik "Klimawirkung von Moorböden" verdeutlicht das Verhältnis von landwirtschaftlich genutzen Moorböden zu THG-Emissionen aus organischen Böden.

Zum FNR-Video